Am Samstag, dem 19. September 2026 gaben sich Susann Gernhard und Thorsten Harms in unserer Kirche das Ja-Wort. Umrahmt wurde der Gottesdienst durch musikalische Begleitung an der Orgel und einem Teil des Gemeindechores. Priester Karsten Marks, der den Traugottesdienst leitete, stellte die Stunde unter den Gedanken des Bibeltextes aus Kolosser 3, 14: „Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.“
Priester Marks sprach in seiner Predigt von der damaligen Aufforderung des Apostels Paulus, dass die Christen sich verändern und alte Gewohnheiten ablegen sollten, sofern sie nicht mit Jesu Wesen übereinstimmen. So sollen Erbarmen, Freundlichkeit, Geduld, Demut und Sanftmut Einzug halten, am besten verbunden mit der alles überstrahlenden Liebe, die diese Verhaltensweisen erst so richtig aufblühen lässt. „Nicht aus Vernunft, sondern aus ganzem Herzen soll dies unser Wesen sein“, rief Priester Marks der versammelten Gemeinde zu, um sich dann persönlich dem Brautpaar zuzuwenden: Was in der Vergangenheit war, könne nicht mehr geändert werden, aber wie es in Zukunft weitergehe, das liege in ihrer Hand. In einer Ehe könne aus Gewohnheit und Selbstverständlichkeit schnell ein Tonfall Einzug halten, dem die Liebe nicht so innewohnt. Die Betrachtung des Ehepartners als Geschenk aus Gottes Hand könne helfen, in dem oder der anderen nicht das Gewohnte, sondern das Besondere zu sehen. „Gott hat euch einander geschenkt, es war kein Zufall, dass ihr euch kennen und lieben gelernt habt, es war der Plan des Allerhöchsten.“
Ein besonderer Schwerpunkt wurde dann auf dem Bild des Bandes gelegt, von dem es im Bibeltext heißt. Es wurde herausgearbeitet, dass Bänder viele Funktionen und Aufgaben wahrnehmen können. Sie können verbinden, ohne dass das Verbundene miteinander verschmolzen wird. Es kann ein Schmuck sein, das ein Geschenk verziert. Bänder können miteinander verwoben werden, so dass es ein Freundschaftsarmband wird. Ein Band kann zur Ordnung von Dingen eingesetzt werden und es kann Dinge befestigen und zusammenhalten. In dieser Bildersprache erläuterte Priester Marks dem Brautpaar den Wert des Bandes der Liebe: „Nutzt die Liebe um miteinander den Weg des Lebens zu gehen, gemeinsame Entscheidungen zu treffen, lasst die Liebe ein Schmuck sein, der sichtbar strahlt, wenn man euch sieht und ihr einander anseht. Nehmt die Liebe als eine Aufgabe, die euch beide betrifft. Es ist nicht nur einer oder eine, die dafür verantwortlich ist, dass die Liebe in eurem Heim einen festen Wohnsitz hat. Nutzt die Möglichkeit, Konflikte in der Liebe zu lösen und gemeinsame Wege zu finden. Lasst eure Liebe für den anderen erkennbar sein und nutzt sie zur Stabilisierung eures gemeinsamen Lebens, so werdet ihr erleben können, dass ihr alles meistern werdet, was euch begegnen wird.“
Nach einem Musikbeitrag bat Priester Marks das Brautpaar dann vor den Altar. Dort wies er Susann und Thorsten darauf hin, dass mit dem heutigen Tag kein neues Buch in ihrem Leben angelegt wird, sondern ein neues Kapitel in den bestehenden Lebensbüchern beginne. Die Erfahrungen, Erinnerungen und vielleicht auch Verletzungen der Vergangenheit sind weiterhin Teil ihres Lebens. Doch mit dem geknüpften Band der Liebe sind sie stärker als sie es alleine wären. Mit Hinblick auf das Lebensalter der Brautleute wurde herausgearbeitet, dass die Liebe der beiden sich wahrscheinlich von der Liebe deutlich jüngerer Brautpaare unterscheiden würde. Die beiden wüssten, dass das Leben nicht nur Sonnenseiten hat, sondern eine Partnerschaft auch mit Herausforderungen einhergehen kann. Trotzdem haben sie sich füreinander entschieden und damit dem Begriff „Liebe“ eine tiefere Dimension hinzugefügt. Gott, der die beiden zusammengeführt hat, habe die beiden nicht zu spät zusammengeführt, so Priester Marks weiter, es sei genau jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. „Gott verrechnet sich nicht!“ Die Sicherheit, dass Gottes Wille die beiden zusammengeführt hat, möge den beiden bewusst bleiben. „Es gibt kein `zu spät´ für einen Menschen, der einem zum Geschenk gemacht wird.“ Das Geschenk des anderen mache Platz für Gedanken der Dankbarkeit. Dankbarkeit für die Wege, die Gott geführt hat: Dankbarkeit für Begegnungen, die vielleicht zunächst zufällig erschienen. Dankbarkeit für Menschen, die diesen Weg begleitet haben. Dankbarkeit für die Erfahrungen, die beide zu den Menschen gemacht haben, die sie heute sind. Dankbarkeit, dass Gott begleitet, ein Leben lang!
Im Anschluss erhielten Susann und Thorsten den Segen des dreieinigen Gottes zu ihrem Ehebund. Wir wünschen dem Brautpaar ein gesegnetes gemeinsames Leben voller Liebe und Miteinander!
Neuapostolische Kirche