Immer und überall - Gott ist beim Neuanfang dabei und auch mittendrin

Die Gemeinde feiert eine Rubinhochzeit und den Schulbeginn nach den großen Ferien in einem Gottesdienst.

Der Sonntag, der 23. August stellt in diesem Jahr eine besondere Konstellation dar, denn zum einen enden die Sommerferien und der dazugehörige Gottesdienst thematisiert traditionell stets den Beginn des neuen Schuljahres. Zum anderen können die Gemeindemitglieder Sabine und Mathias Schulze in diesen Tagen auf ihr 40-jähriges Ehejubiläum zurückschauen und wollen dazu den Segen Gottes erhalten. Ein spannendes Zusammentreffen zweier Ereignisse, die zunächst nicht viel miteinander zu tun zu haben scheinen. Wie sich zeigt, gibt es allerdings doch Überschneidungen…

Zu Beginn des Gottesdienstes, der unter dem Bibeltext aus dem Buch Josua 1, 6 („Sei getrost und unverzagt“) steht, begrüßt der Gemeindevorsteher, Evangelist Andreas Fischer, zunächst die vielen Gruppen der Anwesenden und wendet sich mit persönlichen Gedanken an die (Schul-)Kinder, an das Jubelpaar, an Gäste und Besucher und an die Gemeindemitglieder. Doch so unterschiedlich auch die Gründe und Rahmenbedingungen für die Teilnahme am Gottesdienst sein sollten, so eint ein Gedanke doch alle Teilnehmenden, ja sogar auch die, die gar nicht am Gottesdienst teilnehmen: „Gott hat uns lieb, so wie wir es als Eingangslied gesungen haben (NGB 68), das darf jeder auf sich selbst beziehen und davon überzeugt sein, dass er oder sie mitgemeint ist“, sagt der Evangelist in seinen einleitenden Worten.

Neue und unbekannte Dinge können Unsicherheit hervorrufen, das war dem Volk Israel, das im Bibeltext angesprochen wurde, nicht unbekannt. Vierzig Jahre war man in der Wüste unterwegs gewesen, hatte viele Dinge erlebt und überlebt und trotzdem war ihnen, als sie da so am Fluss Jordan standen und am anderen Ufer das verheißene Land auf sie wartete, mulmig zumute. Sie wussten nicht, was sie erwartete und wie es weitergehen würde. Der Gemeindevorsteher vergleicht diese Ungewissheit mit der der Schülerinnen und Schüler, die ja auch nicht so genau wüssten, was auf sie zukommt und wie das Schuljahr verlaufen wird. „Unbekanntes kann Angst machen, aber der heutige Gottesdienst soll ein „Mutmacher“-Gottesdienst sein“, so Evangelist Andreas Fischer. „Das heißt aber nicht, dass alle Angst und Sorge weggenommen werden wird und wir nur noch aus Mut bestehen werden. Es heißt viel mehr, dass unseren Ängsten die Gewissheit beigefügt wird, dass Gott mit uns ist und wir mit ihm vorwärts gehen können. Mut bedeutet, den nächsten Schritt zu machen, wenn Ängste mich lähmen wollen. Es bedeutet, mit Vertrauen und vielleicht sogar mit Gelassenheit in die Zukunft zu gehen. Das gilt nicht nur für Schülerinnen und Schüler, das gilt für uns alle.“

Gott schaut auf die Menschen mit Liebe, nicht mit Strenge. Daraus können wir ableiten, dass Gott es gut mit uns meint und daraus wiederum, dass wir uns ihm anvertrauen dürfen. „Gott sagt: Du darfst ohne Angst sein, denn ich habe alles in meinen Händen.“ Die Geschichte des Buches Josua ist es, dass Gott seine Verheißungen erfüllt, dass er Zusagen einhält und bei den Seinen ist. „Es gibt im Neuen Testament übrigens noch einen weiteren Josua, der es wert ist, in den Blick zu nehmen“, führt der Evangelist weiter aus und verweist darauf, dass Jesus eine Ableitung aus dem Namen Josua ist. „Jesus Christus ist Gottes Versprechen an die Menschheit, dass sie gerettet werden soll. Jesus ist dein Freund, er ist an deiner Seite, er hat sein Leben dir geschenkt.“

Nach der Sündenvergebung und der Feier des heiligen Abendmahls tritt das Jubelpaar in den Mittelpunkt des Gottesdienstgeschehens. In seiner Ansprache an Sabine und Mathias Schulze erwähnt der Gemeindevorsteher ein kleines von ihm beobachtetes Detail, als er der Gemeinde verrät, dass sich das Rubinhochzeitspaar auf dem Weg nach vorne an den Altar an die Hand genommen hat. „Wie schön, dass wir Menschen in der Lage sind, unsere Hand in die Hand Gottes zu legen, einfach, indem wir die Hände falten und uns mit ihm verbinden.“
Wenn ein solcher Anlass wie ein vierzigjähriges Ehejubiläum ansteht, stellt sich die Frage, was Gott wohl einem so gemeinsam durchs Leben gegangenen Paar noch mitgeben will. Das Wort von Mut und Stärke sei wahrscheinlich passender zu einer Grünen Hochzeit gewesen, sagt der Vorsteher schmunzelnd und gibt Sabine und Mathias dann ein besonderes (und leicht abgewandeltes) Wort aus 1. Mose 16, 13: „Du bist ein Gott, der uns sieht“ mit auf den weiteren Lebensweg. Er wünscht dem Jubelpaar, dass es täglich an sich selbst und an den Kindern und Enkelkindern erleben möge, was es bedeutet, wenn man von Gott gesehen wird. Er wünschte den beiden, dass der von ihnen geäußerte Wunsch, dass man gemeinsam weitergehen kann, in Erfüllung gehen möge. Der Gemeindevorsteher verweist auch auf die Berufe der beiden. Sabine arbeitet in der Lebensmittelbranche, Mathias als Dachdecker. „Es fällt leicht, hier eine Analogie herzustellen, denn wortwörtlich ist es unerlässlich für ein glückliches Leben, ein Dach über dem Kopf zu haben (und das nicht nur im wortwörtlichen Sinn) und über Nahrung zu verfügen. Und hier möge der Segen Gottes greifen als etwas Neues und nicht etwa als Auffüllung von Verbrauchtem. Gott möge euch zur Seite stehen, damit ihr für euch und eure Familie weiter ein ‚Dach über dem Kopf‘ haben dürft und Nahrung für die Seele in der Fülle. Er mag euch stärken, damit ihr euch aneinander anlehnen könnt.“ Im Anschluss erhalten die beiden den Segen Gottes zu ihrem Ehejubiläum.

Am Ende des Gottesdienstes stehen dann die Kinder noch einmal im Mittelpunkt. Als erstes wird Ella zu ihrer Einschulung gratuliert und sie mit einem besonderen Geschenk im Kreis der Sonntagsschule willkommen geheißen. Dann setzen die Kinder noch einen musikalischen Schlusspunkt, in dem sie für Ella, für das Rubinpaar, ja für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gottesdienstes ein besonderes Lied singen.

„Von Anfang bis zum Ende,
hält Gott seine Hände
über mir und über dir.
Er hat es versprochen,
hat nie sein Wort gebrochen:
„Glaube mir,
ich bin bei dir!
Immer und überall,
immer und überall,
immer bin ich da!“

Spätestens da wird klar: Für Gottes Zusagen und Begleitung ist man nie zu alt und nie zu jung!

Wir wünschen dem Rubinhochzeitspaar das Erleben, dass Gottes Segen sie sichtbar begleiten möge und allen unseren Schulkindern ein gutes, erfolgreiches, gesegnetes und behütetes neues Schuljahr!