Wer mich bekennt vor den Menschen, den will auch ich bekennen vor dem Vater

Melvin und Paul feiern Konfirmation

Sonntag, 17. Mai 2026 – ein besonderer Tag für Paul und Melvin, der Tag ihrer Konfirmation. Die Kirche in der Schwarzburger Straße ist gut gefüllt, eine erwartungsvolle Gemeinde freut sich auf den Gottesdienst und die besondere musikalische Gestaltung durch die Jugend.

„Gott, wir wollen deine Nähe fühlen und suchen die Gemeinschaft …“ drückt es Diakonin Josephin, instrumental begleitet, aus, bevor die Konfirmanden mit ihrer Lehrerin Lisa einziehen und ihre Plätze in vorderster Reihe einnehmen. Und gleichzeitig spricht sie ihnen Mut zu: „… der Herr ist mit euch, weil ihr mit ihm seid.“

Danach wird der Gemeinde die Bedeutung des Konfirmationsgelübdes durch mehrere Vortragende erläutert. Dabei werden die Aspekte der Absage an den Bösen und zum anderen das Bekenntnis zu Gott besonders hervorgehoben, denn die Konfirmanden werden heute feierlich geloben, sich treu zu Gott zu halten.

Priester Toralf Lehmann leitet diesen Gottesdienst. Der verwendete Bibeltext entspricht dem Grußwort des Stammapostels an die Konfirmanden und steht in Matthäus 10, 32:

 „Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will auch ich mich bekennen vor meinem Vater im Himmel.“

Mit einem kraftvollen Gesang eines afrikanischen Traditionals ("Jesus ist das Licht des Evangeliums") stimmt der Jugendchor schwungvoll auf die Predigt ein.

Priester Lehmann, der die Konfirmanden als einer der Lehrer ein Jahr lang auf diesen Tag vorbereitet hat, stellt den Konfirmanden die Frage, ob denn nun nach einem Jahr Unterricht alles gesagt sei, um sie gleich darauf zu verneinen. Es ist ein ständiges Lernen und Weiterentwickeln notwendig. „Gott hat euch erwählt von Ewigkeit her, ein Mysterium, das wir nicht verstehen können“ so Priester Lehmann, „aber er gibt euch auch die Aufgabe, in die Welt zu gehen und das Evangelium zu verkünden und euch vorzubereiten auf die Wiederkunft Christi“. Ein Dank geht an alle Lehrer und Lehrerinnen, die Familien der Konfirmanden und an die ganze Gemeinde, die in den vergangenen Jahren die Liebe Gottes in die Herzen der Jugendlichen gepflanzt haben. „Da ist etwas in euch gewachsen“, führt Priester Lehmann weiter aus, dann tritt er vom Altar herunter und überreicht jedem Konfirmanden eine persönliche Bibel als Geschenk, in der alle Lehrenden ganz vorne unterschrieben haben; eine Erinnerung an diese Lebensphase, die die Konfirmanden ihr Leben lang begleiten soll.  

Um von „Gott kennen“, zu „Gott bekennen“ zu kommen, muss man von dem, was einem im Herzen steht, erzählen und danach leben. Das Gesetz Jesus Christus zu erfüllen, heißt, Gott über alles zu lieben und sich jedem Menschen zuzuwenden, der Hilfe braucht; ohne Ansehen der Person, so wie Jesus es vorgelebt hat. Wertschätzend mit dem Anderen als Gottes Geschöpf umzugehen und nicht zu versuchen, Kapital aus ihm zu schlagen, führt Priester Lehmann weiter aus. „Wenn wir von Gottes Liebe erfüllt sind, sind wir mutig und verspüren, wann es Zeit ist, zu reden und wann es Zeit ist, zu schweigen.“ Im Gebet und Gottesdienstbesuch wird jeder Christ darin bestärkt.
In dem vorgelesenen Bibeltext hat Jesus Christus uns Begleitung zugesagt. Er ist es auch, der uns immer wieder ermutigt, nach Fehlschlägen nicht aufzugeben, sondern es erneut zu versuchen. "Gottes Gnade hilft uns dabei", beschließt Priester Lehmann seine Predigt.

Der dann folgende musikalischer Betrag mit Cello, Klavier und Geige ist mit dem Text „Wenn Christus heute Menschen sucht, die ganz an seiner Seite stehn, dann soll meine Antwort sein: Hier bin ich Herr, segne mich!“ unterlegt und weist erneut auf die (Auf-)Gabe des Bekennens hin. 

In einem zweiten Predigtteil geht Priester Peter Hahne noch einmal auf das Wort „bekennen“ ein. Ein nicht mehr so gebräuchliches Wort. Heute ist man ja eher Fan von etwas, da brennt man für eine Person oder eine Sache und erzählt davon. Jesus Christus kennt jeden seiner "Fans", das unterscheide ihn von den Idolen dieser Zeit. Der Priester drückt danach seine Freude darüber aus, dass die Konfirmanden heute Freunde mitgebracht haben, weil es ein wichtiger Tag für sie ist. Auch dies sei Bekennen!

Nachdem der Jugendchor das Lied „Ich will etwas vom Leben haben“ vorgetragen hat, geht Diakonin und Jugendbetreuerin Josephin Apt mit folgendem Gedanken auf das Lied ein: „Wenn du einen Unterschied machen willst, musst du einen Unterschied machen.“ und verbindet es mit einer Einladung in den Jugendkreis, zu dem die Konfirmanden mit dem heutigen Tag gehören. "Bringt euch ein und erlebt eine schöne Zeit im Jugendkreis!".

In Vorbereitung auf das Abendmahl erläutert Priester Lehmann, dass das Abendmahl auch ein Bekenntnismahl sei. Dann bittet er die Gemeinde, zur Buße das Liebeslied „Schönster Herr Jesus“ aus dem Gesangbuch zu singen.

Nach der Sündenvergebung wird es für die Konfirmanden konkret. Konfirmandenlehrerin Lisa liest der Gemeinde den Brief des Stammapostels an die Konfirmanden vor. Begleitet von dem schwungvoll vorgetragenen Lied „Gott segne dich, behüte dich, erfülle dich mit Geist und Licht“ treten die Konfirmanden Paul und Melvin vor den Altar. Priester Lehmann wünscht den beiden, dass sie diesen "Grove" mit in ihr Leben nehmen können und überreicht jedem einen Handschmeichler aus Granit, in dem wichtige Daten des heutigen Tages eingraviert sind – zur Erinnerung und zum Gebrauch.

Nach dem „Ja“ der Konfirmanden auf die Frage, ob sie nun die eigene Verantwortung für ihr Seelenleben übernehmen wollen, sprechen sie das Gelöbnis vor Gott und der Gemeinde. Darauf spendet Priester Lehmann den Segen des Allerhöchsten. Als Abschluss dieses feierlichen Moments trägt der Jugendchor in dem Lied „Make me a channel of your peace” ein Gebet für Frieden, Mitgefühl und Nächstenliebe vor.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls, Gebet und Segensspendung für die Gemeinde werden die Konfirmanden von den beiden Jugendbetreuern Florian und Josephin herzlich - und mit einem Geschenk - im Jugendkreis begrüßt und willkommen geheißen.

Den Schlusspunkt dieses besonderen Gottesdienstes setzt dann noch einmal der Jugendchor mit dem Lied "Heal the world", in dem die Botschaft an alle Menschen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, musikalisch vermittelt wird ("Heal the world, make it a better place"). Danach beginnt dann der scheinbar endlose Gratulationsreigen, bei dem jeder der Anwesenden die Möglichkeit hat, den Konfirmanden persönliche Glückwünsche zu übermitteln.

Auch das Redaktionsteam wünscht Melvin und Paul alles Gute für ihren weiteren Lebensweg mit Gott.