Dankbares Erinnern - bewusstes Feiern - freudige Erwartung

Der Familiengottesdienst am 22. März 2026 wurde gemeinsam von und mit den Kindern gestaltet und es gab viel zu sehen und hören zum Thema "Heiliges Abendmahl". 

Nach einem Übernachtungs-Wochenende in der Kirche, das intensiv zur Vorbereitung des Familiengottesdienstes genutzt wurde, überraschten die Kinder und ihre Betreuer die gesamte Gemeinde mit liebevoll vorbereiteten selbst gebastelten Dingen, wie zum Beispiel dem Altarschmuck, sowie vielen eingeübten Musikstücken. Das berührte alle Teilnehmenden und ließ die Herzen höherschlagen.

Theo spielte zum ersten Mal vor der Gemeinde ein Musikstück auf der Geige und Melvin ließ sein Akkordeon wieder einmal erklingen. Der Kinderchor trug einige Lieder aus seinem Repertoire vor und verkürzte so die Wartezeit auf den Beginn des Gottesdienstes. Kurz vor Beginn des Gottesdienstes deckten die Kinder neben dem Altar einen Tisch mit einer Tischdecke, Servietten, Brot, einer Karaffe mit Traubensaft und dekorierten ihn mit Kerzen. So entstand eine festlich geschmückte Tafel, die bereits erahnen ließ, worum es im Gottesdienst gehen würde.

Zur Einleitung des Gottesdienstes, den Priester Karsten Marks hielt, erklang das Lied „Das Gotteshaus ist unsere Lust und wird es immer mehr“, gefolgt von einem Gebet und dem Bibelwort aus Matthäus 26, Vers 29: „Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an dem Tag, an dem ich von neuem davon trinken werde mit euch in meines Vaters Reich.

Zunächst begrüßte unser Priester Karsten die Gemeinde mit den Worten: „Herzlich willkommen, schön, dass ihr da seid.“ Dann nahm er das Mikrofon und ging zu den Kindern vor dem Altar, um gemeinsam mit ihnen den Gottesdienst zu gestalten. Dabei stellte er Fragen zum Kernpunkt des Familiengottesdienstes: „Das heilige Abendmahl“ – ein Fest der Gemeinschaft und Liebe.
Jesus war es damals in Vorbereitung auf das Mahl wichtig, Gemeinschaft mit seinen Jüngern zu haben, um gemeinsam am festlich gedeckten Tisch das heilige Mahl mit Brot und Wein zu feiern. „Das tut zu meinem Gedächtnis, immer und immer wieder.“ Genauso erleben und feiern wir in jedem Gottesdienst die Gemeinschaft mit Gott und Jesus hautnah, in Erinnerung und Dankbarkeit an sein Opfer, das er für uns gebracht hat.

Es entwickelte sich ein lebendiger Austausch von Fragen und Antworten, bei dem die Kinder mit großem Interesse und Freude ihre Gedanken und Empfindungen beitrugen.
Vier kurze Geschichten sollten uns die Bedeutung des Heiligen Abendmahls dabei noch näherbringen:

1.    Die erste Geschichte erzählt von einer Mutter, die aus Liebe zu ihrem Kind ein Opfer bringt, um es zu retten, und dabei Leid und Schmerzen auf sich nimmt. Genau so hat Jesus Christus sein Leben für uns gegeben und wir dürfen uns dankbar daran erinnern, weil es uns unser ewiges Leben rettet.

2.    Die zweite Geschichte handelt von einem Bäcker aus Paris, der die Gemeinschaft seiner Kunden in besonderer Weise pflegte, um ihnen in Freud und Leid beizustehen. Jeder, der zu ihm kam, gleich ob er in Sorge, Freude oder Erwartung war, erlebte Annahme und Anteilnahme mit einer gemeinsam gegessenen Scheibe Brot. So erleben wir im Gottesdienst Gemeinschaft mit unserem Herrn Jesus, aber auch miteinander in der Gemeinde. Jeder kann so ein Bäcker sein…

3.    Die dritte Geschichte berichtet über die von einem Opa, der seinem Enkel bei jedem Besuch einen Comic mitbrachte, woraufhin der Junge immer in freudiger Erwartung des nächsten Treffens war, weil er wusste: „Egal, wann der Opa wieder da ist, er wird mich dann wieder beschenken.“ Ein Bild, das sich auf den wiederkommenden Gottessohn übertragen lässt: Auch wenn wir nicht wissen, wann er kommt, freuen wir uns darauf und sind sicher, dass es unsere Zukunft ist und wir dann in eine ewige Gemeinschaft mit ihm gelangen können.

4.    Die vierte Geschichte, die in seiner Predigt von Priester Toralf Lehmann erzählt wurde, handelt von einem traurigen Jungen, der „das Brot des Glücks“ suchte und es durch die Geste eines Mädchens wiederfand: Sie schenkte ihm ihr Brot und machte ihn damit glücklich. Alles, was man gerne gibt, wird ein Brot des Glücks. Etwas, was wir im Hinblick auf das Opfer Jesu im heiligen Abendmahl immer wieder neu erleben dürfen.

Zwischen den einzelnen Punkten sangen die Kinder Lieder, teils auch mit Begleitung durch die Gemeinde. Diese hatten über ihre Handys Gelegenheit, die Liedtexte abzulesen und mitzusingen. 

Zum Schluss des Predigtteils erhielt jedes Kind einen kleinen Schlüsselanhänger, an dem ein kleines Baguette hängt. Die Kinderherzen wurden weit und die Freude war groß. „Hängt euch diesen Anhänger gerne an eure Schultasche oder irgendwo sonst hin, wo ihr es immer sehen könnt. Und wenn ihr es betrachtet, dann denkt an Jesus Christus, der euch liebt und uns allen das Brot des Glücks schenkt, immer wieder neu“, so Priester Karsten Marks.

Zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl rückte der vor Gottesdienstbeginn von den Kindern gedeckte Tisch noch einmal besonders in den Mittelpunkt, als Priester Marks mit Unterstützung durch Sonntagsschulkind Eddi auf die Symbolik des „Unser Vater“, einging und die darin enthaltenen Elemente als eine Art Tischdecken vor dem Heiligen Abendmahl bezeichnete. So schafft die Anbetung am Anfang des Gebets eine besondere Atmosphäre. „Das ist wie eine Tischdecke, die man auflegt. Man weiß sofort, jetzt wird es besonders“, so Priester Marks. Die Bitte um das tägliche Brot wurde durch die Teller und Becher symbolisiert. Die Bitte darum, nicht in Versuchung geführt zu werden, wird durch die Stühle symbolisch dargestellt. „Egal, was auch immer uns von unserem Gott wegführen will, wir bleiben an seinem Tisch auf unserem Platz!“, schlussfolgerte Priester Marks. Der Abschluss des Gebets in der Anrufung Gottes als den, der in seinem Reich thront, unendliche Kraft hat und in Ewigkeit herrlich ist, wurde auf dem gedeckten Tisch durch die drei Kerzen symbolisiert. „Mit Kerzen wird es hell und warm und gemütlich“, so Priester Karsten Marks, „ohne sie - und damit ohne Gott - ist es einfach kein Festmahl.“

Nach einer herzlichen Einladung der Gemeinde zum Heiligen Abendmahl durch Jolina, die dabei eine von den Kindern gebastelte Einladungskarte durch die Gemeinde trug, begann die Feier des Heiligen Abendmahls - der lange vorbereitete Höhepunkt des Gottesdienstes. 

Nach dieser Feier folgte noch ein besonderer Moment, als „Tante Conny“ Wagner nach über 47 Jahren Kinderchorleitung in insgesamt drei Gemeinden offiziell den Taktstock niederlegte. Priester Karsten Marks dankte ihr vor der Gemeinde für ihren treuen, mit viel Liebe und Herz für die Kinder und die Musik ausgeführten Dienst und übergab ihr unter donnerndem Applaus der Gemeinde einen Blumenstrauß als Dankeschön für ihre Mühe.

Den Schlusspunkt setzten dann wieder die Kinder mit dem Schlusslied „Volltreffer“, in dem es darum geht, dass Gott jeden Menschen genau so haben wollte, wie er ist. Liebe Kinder, an diesem Sonntag wart ihr unsere Volltreffer und habt uns ohne Ende erfreut und begeistert. Danke!

Mit einem großen Salatbuffet und kleinen Naschereien für unsere Kinder klang der Familiengottesdienst noch ein ganze Weile in erlebter Gemeinschaft nach.