Die Passionszeit ist eine besondere Zeit der Besinnung, in der Gläubige oft über das Leiden Jesu nachdenken. Diese Zeit lädt aber auch dazu ein, bewusster als sonst auf das eigene Leben zu schauen, negative Gewohnheiten (zumindest vorübergehend) abzulegen und sich auf das eigene „Hier und Jetzt“ zu konzentrieren. Eine solche innere Einkehr kann helfen, Ablenkungen zu reduzieren und durch Praktiken wie eine Meditation oder bewusstes Fasten in jeglicher Hinsicht die eigene Wahrnehmung zu schärfen. Eine solche Einkehr kann auch zu einem tieferen Glaubensleben führen.
Hast du schon mal versucht, Raum für neue Gedanken zu schaffen? Einfach mal aus dem Denkmuster der Vergangenheit auszubrechen und Dinge und Situationen anders denken und sehen?
- Ist das, was mich ärgert, diesen Ärger wert?
- Kann ich meinen Tagesablauf mit seinen Härten nicht auch anders organisieren, damit Ruhephasen entstehen?
- Könnte mir die Aufgabe meines Gefühls, recht haben zu müssen, nicht helfen, Wege auf den Nächsten zu zu eröffnen?
- Müssen mich die Provokationen anderer so beeinflussen, dass sie mein ganzes Leben bestimmen?
- Was könnte helfen, mein Verhältnis zu Gott zu intensivieren, so dass mich mein Alltag nicht von dem Gedanken an ihn fernhält?
Diese Liste ließe sich beliebig verändern und verlängern. Was aber würde passieren, wenn ich sie zulassen und umsetzen würde? Eine Stärkung und Fokussierung der Verbindung zu sich selbst und den eigenen Bedürfnissen, die Pflege der eigenen Seelenhygiene und das Erleben von gelebtem Glauben. Ein Verzicht auf die ausgetretenen Pfade unseres bisherigen Lebens schafft Platz für Neubesinnung und fördert Veränderungen zum Besseren.
Wie aber komme ich in einen Zustand für eine solche Besinnung?
Folgende Rezeptur möchten wir vorschlagen:
Suche dir eine ruhige Zeit, schalte dein Handy aus und lass den Fernseher, Computer oder das Radio aus. Zünde dir eine Kerze an, setze dich bequem hin, vielleicht deckst du dich warm zu, mach es dir gemütlich. Versuche einmal, ruhig und bewusst zu atmen, gönne dir tiefe und langsame Atemzüge. Genieße die Stille.
Bist du mobiler, kannst du auch versuchen, einen ungestörten Spaziergang zu machen, bei dem du dann versuchen solltest, jeden Schritt bewusst wahrzunehmen.
Dann achte auf deine Gedanken und Empfindungen und lasse sie einmal bewusst zu, versuche den Gedanken vom Alltag wegzubewegen. Worüber hast du dich zuletzt so richtig gefreut? In welcher Situation hast du dich so richtig verstanden gefühlt? Bei welcher Gelegenheit war dir Gott besonders nahe? Weißt du noch dein schönstes Glaubenserlebnis? - Höre in dich rein, du hast viel zu erzählen!
Besinnung auf sich selbst, auf das, was wirklich wichtig ist, kann Gelassenheit fördern. Dann erlaubst du dir Pausen, horchst in dich hinein und trainierst so deine Eigenwahrnehmung. Du wirst merken: In dir steckt mehr als dir bewusst ist. Und du musst gar nicht über jedes „Stöckchen“ springen, das dir hingehalten wird.
Vielleicht entdeckst du dabei dein persönliches Potential zur inneren Entwicklung, auch in Bezug auf dein Glaubensleben.
Wir wünschen es dir!
Neuapostolische Kirche